Quantenphysik – die genaueste Theorie der Welt?

Richard Feynman war es wohl, der aller Welt stolz verkündete: Die Quantenphysik ist die allergenaueste aller physikalischen Theorien. Indes: Das ist einer der großen Mythen, der immer wieder verbreitet wird. Tatsache ist: Die Quantenphysik liegt in einigen Bereichen nicht nur um ein paar Prozentpunkte falsch; ja, sie liegt, wie im Bereich der Heisenbergschen Unschärfe, nicht nur um einige Zehnerpotenzen falsch; nein, in einem wichtigen Gebiet liegt sie unendlich falsch. Wollen Sie wissen, warum?

Da  die  Quantenphysik  annimmt,  Elektronen  seien  struktur- und ausdehnungslose  Teilchen,  wird  das  elektrische  Feld  des  Elektrons  auf seiner – nicht vorhandenen – Oberfl.che natürlich unendlich, denn x/0 = ∞, egal, wie groß oder wie klein x ist (x = Größe des Felds, 0 = Oberfläche des Elektrons, ∞ = daraus resultierende Felddichte, das ist die Feldstärke pro (= dividiert  durch)  Fläche).  Um  diesen  Unendlichkeiten  zu  entgehen,  haben sich  die  Physiker  (insbesondere  Richard Feynman)  eine  Methode ausgedacht,  die  jedem  Schuljungen  ein  “ungenügend”  einbringen  würde:

Sie subtrahieren nochmals unendlich, in der vagen Hoffnung, die Sache sei damit in Ordnung. 

Wie jeder weiß, der in der Schule über Unendlichkeiten lernt, ergibt ∞ – ∞   keineswegs  0,  nicht  einmal  eine  endliche  Zahl,  aber  auch  nicht  ∞.  Dieser mathematische  Ausdruck  ist  schlicht  und  einfach  unbestimmt,  d.h. mathematisch  verboten.  Doch  was  einem  Schuljungen  aus  vernünftigen Gründen untersagt wird, dürfen sich die Nobelpreisträger Julian Schwinger, Sin-Hiro Tomonaga und Richard Feynman erlauben. Und das Ganze heißt dann nicht etwa naive Mathematik, sondern Renormalisierung. Das also ist die Auffassung der modernen Physik von “Normalität”! 

Aaaaaaber,  so  der  nächste  Einwand,  die  Quantenphysik  hätte  doch  mit ihren  Formeln  ganz  korrekt  Dinge  vorausgesagt,  die  später  experimentell bestätigt  wurden,  beispielsweise  das  Neutron  und  die  Antiteilchen,  auf Grund der Dirac-Gleichung. Das stimmt – aber war diese Voraussage echt?

Immerhin  kann  die  zentrale  Gleichung  der  Quantenphysik,  die Schrödinger-Gleichung, nur die allereinfachsten Atome berechnen, nämlich das  Wasserstoff- und  das  Helium-Atom.  Alles,  was  darüber  hinausgeht, braucht Modifikationen und Näherungslösungen, Zusätze und Abstriche.

Peter Ripota

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